eva 2004 - public events - gold
Schiff der Ideen – Museumsuferfest Frankfurt 2003
Agentur: Atelier Markgraph GmbH
Kunde: Tourismus + Congress GmbH Frankfurt a.M.
Aufgabe:
Es galt, das öffentliche Bewusstsein für die Vielfalt der kulturellen Sammlungen und musealen Schätze entlang des Mains zu stärken und ein memorables Zeichen für die kulturelle Identität der Rhein-Main-Region zu schaffen.
Der Main ist die Lebensader der Stadt Frankfurt. Er bildet zugleich das räumliche Zentrum der wichtigsten Frankfurter Museen, das so genannte Museumsufer. Jährlich findet Ende August das Museumsuferfest statt, zu dem einzelne Museen mit Aktionen auf sich aufmerksam machen, jedoch ohne inhaltliche Verbindung der einzelnen Ausstellungshäuser. Das Schiff der Ideen verbindet die Museen auch inhaltlich. Die schwimmende Licht- und Medienskulptur gleitet nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Museen ihre Tore längst geschlossen haben, das Museumsufer entlang und setzt ein Zeichen für Frankfurts Kulturreichtum. Passiert das Schiff bei seiner Fahrt ein Museum, wird die Projektionsfläche zum Fenster, das den Blick frei gibt in das faszinierende Innenleben des Ausstellungshauses. 23 Meter lang und vier Meter hoch werden die Heiligen des Ikonen-Museums oder Grafiken aus der Schirn oder Ruppersberg-Plakate aus dem Museum für Moderne Kunst … mitten auf dem Main gezeigt, die Ausstellungen fächern sich vor den Augen der Besucher auf.
Statement der Jury:
Ein kunstvolles Event, das die Museen verbindet, den Blick von außen nach innen richtet und so eine künstlerische Inszenierung für das nächtliche Frankfurt darstellt.
eva 2004 - public events - silber
Illumina – IndustrieNaturRaum
Agentur: Forum InterArt GmbH
Kunde: EUROGA 2002 plus GmbH
Aufgabe:
Als Abschluss und Höhepunkt ihrer langjährigen Arbeit wollte sich die Euroga2002plus GmbH, die 2. Regionale des Landes NRW, mit einer großen öffentlichen Veranstaltung präsentieren.
Als Location hierfür war bald ein verbotenes Areal auserkoren: Die imposante Industrie- und Naturlandschaft des stillgelegten Steinbruchs Prangenhaus bei Wülfrath. Der Eigentümer, die Rheinkalk GmbH, konnte schnell von einer licht- und klangtechnischen Gesamtinszenierung des riesigen Steinbruchs überzeugt werden und griff das Kooperationsangebot im hundertsten Jahr der Firmengründung gerne auf. Kreiert wurde eine Gesamtinszenierung in drei Akten mit insgesamt 12 Spielorten. Das dramaturgische Konzept, das das Spannungsfeld „IndustrieNaturRaum“ aus unterschiedlichen Perspektiven thematisierte, eröffnete der heterogenen Zielgruppe (Mitarbeiter und ehem. Mitarbeiter von Rheinkalk, Öffentlichkeit, Kooperationspartner der Euroga2002plus) vielfältige inhaltliche Zugänge. Erster Akt war die Einstimmung: Charmant akustisch präsentierte Hinweise zum Verhalten in einem Steinbruch leiteten die Besucher zum Weg, der hinab zum See führte. Hier überraschten kleinere Licht-, Sprach- und Musikimpressionen, z. B. klangen aus einem Wäldchen Verse aus Dantes göttlicher Komödie oder Steine sannen über das Schicksal ihrer Artgenossen nach. Unten am See erwartete die Zuschauer dann der Hauptakt: eine dreißigminütige Bespielung des gesamten Areals. Der See als Protagonist für eine Licht-Klang-Installation zwischen den schroffen Felswänden des Steinbruchs. Im dritten Akt wurden die schnaufenden Besucher nach einem kräftigen Aufstieg durch einen sprechenden Kalkfelsen aufgemuntert, bevor sie nach der „Schicht im Steinbruch“ die Werkskantine erwartete.
Statement der Jury:
Verbindung von Technik und Natur, Wiederbelebung eines verbotenen Ortes, an dem die Natur „wirken“ kann. Eine Industriebrache, die plötzlich im Glanz des Lichtes erstrahlt.
eva 2004 - public events - bronze
Himmelsblumen – 5 Jahre DaimlerChrysler Quartier Potsdamer Platz
Agentur: kogag // Bremshey & Doming GmbH
Kunde: DaimlerChrysler Immobilien (DCI) GmbH und Interessen- und Marketinggemeinschaft Potsdamer Platz
Beteiligter Partner: Künstler Himmelsblumen, Sergej Alexander Dott
Aufgabe:
Am 2. Oktober 2003 wurde das DaimlerChrysler Quartier am Potsdamer Platz fünf Jahre alt. 10 Straßen und 19 Gebäude, Kinos, Hotels, Geschäfte, Restaurants … – das größte privat finanzierte Immobilienprojekt Europas. Inszeniert werden sollte der junge Geburtstag als sympathisches populäres Groß-Ereignis für die Berliner Bevölkerung, die Besucher der Stadt und die Medien.
Geschaffen wurde eine Installation als Geschenk an die Bevölkerung: Der Berliner Künstler Sergej Alexander Dott – in 2002 mit Kuuhnst, an Häuserfassaden grasenden Kühen, der Shootingstar der Berliner Szene – wurde beauftragt überdimensionale, handbemalte und signierte Rosenblüten als himmlischen Geburtstagsgruß über das DC-Quartier zu verstreuen und sie für vier Wochen „blühen“ zu lassen. Herausgekommen ist die größte Kunstinstallation nach der Reichtagsverhüllung. Am 2. Oktober selbst leuchten Dotts Himmelsblumen um 20.05 Uhr zum ersten Mal. Die Illumination ist eingebettet in ein umfassendes Geburtstagsprogramm: Unter dem Motto „von fünf bis fünf“ nehmen alle Entertainment-Betriebe, Geschäfte und Restaurants mit eigenen Programmpunkten an der Party teil. Dramaturgischer Höhepunkt ist aber das Geburtstagskonzert, das Open Air auf dem Marlene-Dietrich-Platz stattfindet. Sängerin Meret Becker erinnert mit Kompositionen von Friedrich Holländer und Kurt Weill an die wechselhafte Geschichte des Potsdamer Platz‘.
Fünf fünfjährige Geburtstagskinder entzünden den Funken, der letztlich die Himmelsblumen beleuchtet. Als Abschluss spielt „Grenzgänger“ und Star-Geiger Nigel Kennedy mit Krakauer Musikern und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker Verbindendes am ehemaligen Grenzstreifen. Nach einem Monat werden die Himmelsblumen zu Gunsten des deutschen Kinderhilfswerks versteigert und leben in Vorgärten oder Parks weiter.
Statement der Jury:
Ein Geburtstagsgruß, der zur Belebung des Stadtviertels dient und alle „Anwohner“ mit einbezieht. Die überdimensionierten Skulpturen des Berliner Künstlers geben der kühlen, modernen Architektur etwas Verbindliches und verbinden.
eva 2004 - nominiert in der kategorie public events
„Die Tour des Postbank Seglers“ – Eventkampagne zum Börsengang der Postbank
Agentur: videri gmbh I exhibition, event, congress
Kunde: Postbank AG
Beteiligter Partner: Leipziger & Partner PR GmbH
Aufgabe:
Die Postbank plante für den Sommer 2004 ihr „going public“. Aus diesem Anlass sollte die Aufmerksamkeit auf den IPO gelenkt werden.
Die Grundidee des Events ist ein Segelschiff, welches durch eine Tour von Bonn, dem Firmensitz der Postbank, nach Frankfurt, dem Sitz der bedeutendsten deutschen Börse, den Börsengang symbolisiert und begleitet. Das Schiff mit seinen gelben Segeln ist ein optischer Blickfang. Mit all seinen nautischen Details vermittelt es einen grundsoliden und sympathischen Eindruck. Es entspricht damit dem Bild der Postbank als solide und unkompliziert.
Am 6. Mai wurde das Schiff anlässlich der Hauptversammlung zum ersten Mal in Köln der Presse präsentiert – etwas nördlich von der Route Bonn – Frankfurt.
Am 17. Mai wurde das Schiff mit 300 geladenen Gästen im Rahmen einer Abendveranstaltung von Bonn aus auf die Reise geschickt.
Verschiedene Promotion-Veranstaltungen begleiteten den Postbank-Segler auf seinem Weg nach Frankfurt, beispielsweise ein Segeltörn an der Loreley oder ein Fototermin am Deutschen Eck. Abschluss bot der Gala-Event am 20. Juni 2004 vor der imposanten Skyline der Bankenmetropole, drei Tage vor dem Handelsstart der Postbankaktie auf dem Frankfurter Parkett.
Statement der Jury:
Gegen den Strom, unter den Brücken und an der gefährlichen Loreley vorbei – die Überwindung verschiedener Hindernisse anlässlich des Börsengangs symbolisiert in gelungener Weise den Weg des ehemaligen Staatsbetriebs zur Aktiengesellschaft.
eva 2004 - nominiert in der kategorie public events
ILLUMINATION: EVOLUTION – Eine Inszenierung zu Licht und Leben – Luminale 2004
Agentur: Atelier Markgraph GmbH
Beteiligte Partner: Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, Four to one scale design, Schleuse 15, Show tec, 235 Media
Als Naturmuseum gehört das „Senckenberg“ zu den prominentesten wissenschaftlichen Institutionen in Frankfurt. Für die Besucher der Luminale, der von der Messe Frankfurt initiierten Lichtschau während der light + building, war die Inszenierung ein Anziehungspunkt und führte zu einigen nächtlichen Verkehrsbehinderungen vor dem Museum. Videoanimationen ließen die Fassadenfenster zur Netzhaut der Forschung werden, auf der sich die Naturschätze aus dem Inneren des Museums abbildeten. Schmetterlinge flatterten durch die Nacht, exotische Meerestiere huschten über die Fassade, überdimensionale Augen lugten durch die Fenster. Die Eingangshalle bildete den beruhigten Übergang von der Außenwelt zur Inszenierung im Sauriersaal. Hier lädt eine Collage aus Licht, Ton und Bild ein, die ausgestellten Exponate einmal anders zu erleben. Auf rund 400 m² Wandfläche entstehen assoziative, raumfüllende Bild- und Tonwelten zu fünf Epochen der Erdgeschichte, die ausgestellten Saurier werden zu Zeitzeugen der Evolution. Über die Touchscreen-Funktion eines interaktiven Tisches können die Besucher dabei selbst bestimmen, in welcher Phase der Evolution sich die Saurier befinden, und steuern damit die inhaltlichen, aber auch farbliche Raumgestaltung.
Statement der Jury:
Totes und Versteinertes wird lebendig, der Begriff Fenster wird neu interpretiert. Als Aktion eines naturwissenschaftlichen Museums während der Luminale wird der Blick aus dem Hier und Jetzt auf die Vergangenheit gelenkt.

